Bei der Feuerwehr Hagen konnte ich als Hospitant im Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20, im Einsatzleitwagen und im Rettungswagen (RTW) Einsatzerfahrungen sammeln.

Am frühen Abend ereignete sich ein Wohnungsbrand. Ich traf mit dem HLF 20 des zweiten Löschzuges ein und sah Rauchaustritt aus dem Gebäude. An einem Fenster im ersten Obergeschoss stand eine Familie und rief um Hilfe. Am Gesicht des Vaters konnte man erkennen, dass er Kontakt mit Rauchgasen hatte. Die Mutter hielt ein Baby in ihren Armen. Zügig wurde die Familie mit der Drehleiter gerettet und in medizinische Obhut übergeben. Zeitgleich wurde die Brandbekämpfung eingeleitet. Auf Befehl meines Zugführers sollte ich mich beim Einsatzleiter melden. Ich verblieb an seiner Seite und konnte hautnah miterleben, auf welche Dinge man bei der Führung zweier Löschzüge zu achten hat. Er fragte mich, wie ich bei diesem Einsatz vorgegangen wäre. Dabei erkundete ich das Objekt nach möglichen Angriffswegen. Anschließend diskutierten wir über meine Ergebnisse. Als Ursache des Brandes wurde die Waschmaschine im Kellergeschoss identifiziert.

Im Referendariat wird der theoretische Stoff des Rettungssanitäters (mind. 160 Stunden) vermittelt. Aufgrund der straff durchorganisierten Ausbildung finden keine Praktika auf dem RTW oder im Krankenhaus statt. Da der Rettungsdienst allerdings einen hohen Anteil an Einsatzzahlen zahlreicher Berufsfeuerwehren generiert, hospitierte ich einige Schichten auf dem RTW.
Nachts wurden Polizei, Notarzt und RTW zu einer gemeldeten Schlägerei gerufen. Der alkoholisierte Patient lag auf dem Boden, eine Menschenmenge stand tatenlos daneben. Er klagte über Bauchschmerzen. Zu seinem Glück besaß er nur oberflächige Verletzungen, die angeblich im Kampf durch eine zerbrochene Bierflasche seines Kontrahenten verursacht wurden. Seine Kleidung wies keine Beschädigung auf. Der Verdacht lag nahe, dass er sich die Verletzungen selbst zugefügt hatte. Als er damit konfrontiert wurde, drohte er mehrmals mit Suizid. Die Recherche ergab, dass der Mann sich in psychiatrischer Behandlung befand. Zur weiteren Behandlung fuhren wir ins Krankenhaus.