Dass unsere drei Brandreferendare in Bocholt schon oft mit dabei waren, wenn es um die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen der niederländischen und der deutschen Feuerwehr geht, haben wir bereits in mehreren Artikeln berichtet. Was soll etwa passieren, wenn es direkt hinter der niederländischen Grenze brennt und sich eine deutsche Feuerwache unmittelbar auf der anderen Straßenseite auf deutschem Boden befindet? Der intuitive Gedanke, dass die deutsche Feuerwehr durch eine viel kürzere Anfahrt die Brandbekämpfung einleiten soll, ist zwar naheliegend, doch gehört dazu neben viel Diplomatie und behördlichen Hürden auch praktische Übung.

Auf der Verwaltungsebene fanden und finden in Bocholt dazu immer wieder Meetings mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „Rettung ohne Grenzen“ statt. Dort wird beispielsweise diskutiert, wie ein gemeinsames Gerätehaus oder gemeinsame Fahrzeuge aussehen und ausgestattet werden könnten. Um die Praxis nicht zu vernachlässigen, finden natürlich auch die oben erwähnten gemeinsamen Übungen statt. So auch vor einigen Tagen mit der Brandweer Dinxperlo.

Die Feuerwehren aus Deutschland und den Niederlanden wurden alarmiert, da es in einem Energietechnikbetrieb zu einem Brand mit mehreren vermissten Personen kam. Der Schwerpunkt der Übung lag auf dem Training der Zusammenarbeit beider Feuerwehren. Es galt, technische, konzeptionelle und sprachliche Barrieren zu überwinden. Dank der bereits mehrfach durchgeführten gemeinsamen Übungen gelang dies jedoch ohne große Schwierigkeiten. Die ersteintreffende deutsche Feuerwehr übernahm dabei die Menschenrettung im Werkstattbereich, die niederländischen Kollegen gingen zur Rettung einer eingeklemmten Person und Brandbekämpfung im Lager vor. Die Brandweer Aalten unterstützte den Einsatz zusätzlich mit einem Großtanklöschfahrzeug (GTLF) 15000, von welchem die gesamte Wasserversorgung sichergestellt wurde. Dank einer bereits vorherrschenden Routine zwischen den deutschen und niederländischen Kollegen lief die Übung problemlos und zur Zufriedenheit aller Beteiligten und konnte anschließend bei Currywurst und netten Gesprächen erfolgreich abgeschlossen werden.