von Tim Kipshagen (Berliner Feuerwehr) und Jan Heitmann (Institut der Feuerwehr NRW)

Wie bereits in einem früheren Beitrag beschrieben, steht auch in der Ausbildung der Brandreferendare am Beginn die Grundausbildung. Für uns beide hieß es deshalb nach der Einführungswoche in Münster im April: Auf nach Paderborn!

Gemeinsam mit 28 Brandmeister- und zwei Brandoberinspektoranwärtern starteten wir als B I/1 2019 (dem bislang größten Lehrgang der Feuerwehr Paderborn) unsere Feuerwehrkarriere. Die Feuerwehr Paderborn bildet dabei nicht nur für den Eigenbedarf aus, auch Anwärter aus Gütersloh, Lippstadt, Detmold, Fulda und dem Kreis Soest absolvieren hier die Grundausbildung. Dadurch entsteht bereits in der Ausbildung ein reger Austausch über die Vielfältigkeit innerhalb der Feuerwehr.

Auch wir stellten uns zu Beginn die Frage, wie wir vom Lehrgang aufgenommen werden würden. Die Sorge, dass man als Referendar etwas abseits der Gruppe steht, erwies sich bereits nach den ersten Tagen als unbegründet. Schnell stand fest, dass Lehrgangsteilnehmer, unabhängig von der Laufbahn, das gleiche Ziel verfolgen: Erfolgreich, mit Spaß und als Team durch die Grundausbildung gehen. Nach mittlerweile mehr als vier Monaten zusammen können wir außerdem sagen, dass auch einige Freundschaften entstanden sind. Gemeinsame Stammtischabende, sowie der Besuch der „fünften Jahreszeit“ Paderborns – Libori, sind Teil des gemeinsamen Freizeitprogramms.

Die Grundlage der Ausbildung bildet natürlich ein umfangreiches Theoriewissen. Dazu zählen neben „klassischen“ Feuerwehrthemen wie Brand- und Löschlehre, Gefahren der Einsatzstelle und den Feuerwehrdienstvorschriften auch für Viele eher ungeliebte Themen wie z.B. Beamtenrecht. Durch den drei Mal in der Woche stattfindenden Dienstsport (Teil der Grundausbildung ist der Erwerb des Deutschen Sportabzeichens in Silber, sowie des Rettungsschwimmabzeichens in Bronze) und der bereits in der zweiten Woche beginnenden praktischen Ausbildung sind reine „Theorietage“ aber eher die Ausnahme, vielmehr ist der Stundenplan sehr ausgeglichen.

Mittlerweile haben wir bereits vier der fünf Monate der feuerwehrtechnischen Ausbildung hinter uns. Zu den Highlights zählten dabei sicherlich die Maschinistenausbildung, die einwöchige Ausbildung zur Absturzsicherung, die Sprechfunkerausbildung inkl. Koordinatenfahrt zu den Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet Paderborn, die Atemschutzausbildung mit dem Besuch der Brandsimulationsanlage am Möhnesee und die aktuell stattfindende ABC-Ausbildung inkl. der Grenzerfahrungen im CSA bei über 30 Grad Außentemperatur. In den nächsten zwei Wochen folgt dann noch die Ausbildung in der technischen Hilfeleistung, bevor Ende August die Zwischenprüfung ansteht. Bevor es für uns Referendare im Oktober zum Führungslehrgang zurück nach Münster geht, absolvieren wir im letzten Monat des Lehrgangs noch die theoretische Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Da die Ausbildung überwiegend auf der Feuerwache Süd stattfindet und die Ausbilder selbst im Einsatzdienst tätig sind, besteht ein enger Kontakt zu den Wachabteilungen, sodass wir bereits erste Eindrücke vom Wachalltag sammeln können. Außerdem besteht für uns Referendare die Möglichkeit nach Lehrgangsende im Einsatzdienst mitzufahren oder an Sonderveranstaltungen teilzunehmen, so zum Beispiel in der Einsatzleitung des AStA-Festivals der Universität Paderborn.