Nach dem Online-Verwaltungslehrgang an der Verwaltungsakademie (VAk) in Berlin steht normalerweise für die Brandreferendare und Aufstiegsbeamten der dreiwöchige Führungslehrgang IIIA in Heyrothsberge an. Wie aktuell in sehr vielen Lebensbereichen hat auch hier COVID-19 Einfluss auf den Ausbildungsverlauf genommen, so dass der Führungslehrgang IIIA in den Februar nächsten Jahres verschoben werden musste.

Somit wurden individuelle Lösungen für den weiteren Ausbildungsverlauf gefunden. Einige haben die Zeit bis zum offiziellen Start des neunwöchigen Verwaltungspraktikums bei ihren eigenen Dienststellen verbracht oder einen Wahlabschnitt absolviert. Andere haben das Verwaltungspraktikum vorgezogen, um im Anschluss daran einen Teil des Wahlabschnitts zu absolvieren.

Ein Brandreferendar der Berliner Feuerwehr und zwei Brandreferendare der Landesschule und Technischen Einrichtung für Brand- und Katstrophenschutz (LSTE) haben das Verwaltungspraktikum vorgezogen und absolvierten dies im Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg (MIK). Das dortige Referat 34 ist sehr breit aufgestellt und übernimmt vielfältige Aufgaben im Bereich Brand- und Katastrophenschutz. Neben der Fachaufsicht über die Feuerwehr im Land Brandenburg unterhält das Referat 34 das Koordinierungszentrum Krisenmanagement (KKM). Das KKM ist die koordinierende Stelle für den Schutz der Bevölkerung vor Katstrophen und herausragenden Großschadensereignissen im Land Brandenburg. Es unterstützt bei Großschadensereignissen die Kreisfreien Städte und Landkreise bei der Ereignisbewältigung.

Ziel des Verwaltungspraktikums ist es die wesentlichen Aufgaben kennen zu lernen, die bei der Aufsicht über die Feuerwehren anfallen. Außerdem sollen auch Einblicke in andere Behörden und Einrichtungen für die zukünftige Tätigkeit gewonnen werden.

Daher unternahmen die Brandreferendare verschiedene Exkursionen. Ein besonderes Highlight war die Vorstellung der Brandursachenermittlung, die beim Landeskriminalamt Brandenburg angesiedelt ist. Hier hatten die Brandreferendare die Möglichkeit die Einsatzstelle eines Wohnhausbrandes in Templin mit den Brandursachenermittlern zu besichtigen und sich über die Vorgehensweise bei der Brandursachenermittlung auszutauschen.

Das Thema Waldbrand hat im Land Brandenburg, aufgrund der vorhandenen Waldfläche und der damit verbundenen Gefährdungslage, eine besondere Bedeutung. In diesem Zusammenhang wurden Exkursionen zur Waldbrandzentrale Süd sowie zum Kampfmittelbeseitigungsdienst unternommen. In der Waldbrandzentrale werden große Waldflächen mit Hilfe von Sensoren überwacht. Insgesamt überwachen 106 Sensoren die Waldflächen und können so Rauchentwicklungen über den Baumkronen frühzeitig detektieren.

Die Vorstellung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes konzentrierte sich auf die unterschiedlichen Kampfmittel, die sich überwiegend durch den 2. Weltkrieg in den Wäldern wiederfinden. Es wurden die damit verbundenen Gefahren für Einsatzkräfte sowie die Arbeitsweise des Kampfmittelbeseitigungsdienstes dargestellt.

Aber auch der Verwaltungsalltag im Ministerium kam nicht zu kurz. Hier hatten die Brandreferendare beispielweise die Möglichkeit an verschiedenen Erlassen mitzuarbeiten und ihre eigenen Gedanken miteinzubringen. Somit konnten einige Inhalte aus dem vorangegangenen Verwaltungslehrgang an der Verwaltungsakademie Berlin vertieft werden.

Lukas Eckhoff – BRef 2019
Brandreferendar der LSTE Brandenburg